Deutsche Jiu Jitsu Meisterschaft 2008 in Hagen-Hohenlimburg

Am 3. und 4. Mai 2008 fanden in der Rundturnhalle Elsey in Hagen-Hohenlimburg die sechsten Deutschen Meisterschaften des Deutschen Jiu Jitsu Bundes (DJJB) im Jiu Jitsu statt. Ausrichter der diesjährigen Deutschen Meisterschaften war der Elseyer Turnverein 1881 e.V. Abteilung Yaware.
Rund 250 Athleten aus allen Teilen Deutschlands waren angereist und angetreten, um die Deutschen Meister in den Kategorien „Random Attack“, „Pairs“, „Kata“, „Bodenkampf“ und „Team“ auf vier großen Wettkampfmatten zu ermitteln.
Schirmherr der Veranstaltung war der Oberbürgermeister von Hagen, Herr Demnitz. Für den erkrankten Präsidenten von KID und DJJB, Dieter Lösgen (10. Dan Jiu Jitsu), übersandte Josef Djakovic (7. Dan Jiu Jitsu, Erster Vorsitzender KID/DJJB) Grußworte an die anwesenden Jiu-Jitsuka und eröffnete die sechsten Deutschen Meisterschaften im Jiu Jitsu.

Neu war in diesem Jahr die Kategorie „Bodenkampf“, welche erstmalig unter mehr als 70 Teilnehmern in den verschiedenen Klassen ausgetragen wurde. Unter den Wettkampfteilnehmern waren auch die bereits ein knappes halbes Jahr zuvor sehr erfolgreich bei den Weltmeisterschaften der United Nations of Jiu Jitsu (UNJJ) am 27. September bis 4. Oktober 2007 in Griechenland gestarteten Athleten. So begab es sich, dass am Ende dieses Wochenendes sich nicht nur deutsche, sondern auch internationale Meister nach fairem Wettkampf die Hand reichten, sich umarmten und gegenseitig zum Erfolg beglückwünschten.
Aber nicht nur die Wettkämpfer hatten sich gründlich auf die Meisterschaften vorbereitet, denn dies hatten auch die Punkt- und Mattenrichter im Vorfeld getan: Erst vor wenigen Wochen, am 12. April 2008, waren diese zu einem abschließenden Lehrgang im Dojo des Bushido Mülheim e.V. am Schildberg zusammen gekommen, um Ablauf und Wettkampfregularien noch einmal zu vertiefen.
Die Wettkämpfe des DJJB sind mit Ausnahme der Kategorie „Bodenkampf“ keine direkten Konfrontationen zwischen den Athleten, sondern ein technischer Vergleich, da Jiu Jitsu in erster Linie reine Abwehrtechniken beinhaltet. In der Kategorie „Random Attack“ treten beispielsweise zwei Athleten mit ihren Partner gegeneinander im Vergleich an. Dabei führt der Partner einen ihm vorher bekannt gegebenen Angriff aus, der dem zu bewertenden Verteidiger jedoch unbekannt ist. Aus diesem Grund wird von den Punktrichtern die Reaktion auf den unbekannten Angriff, die Schnelligkeit und Dynamik sowie die Sauberkeit des technischen Vortrags gewertet. Besondere Bedeutung kommt diesen Bewertungskriterien bei der Abwehr eines Angriffs mit einer Waffe (Kurzstock oder Messer) zu.

In der neu eingeführten Kategorie „Bodenkampf“ steht nicht nur der Aspekt der Selbstverteidigung, sondern das Üben des regelhaften Kampfes mit einem Gegner am Boden. Hierbei zeigte sich, dass der Bodenkampf ein auf Technik, Geschmeidigkeit und Taktik basierender Kampf ist. Es zählen nicht nur die Kraft und der impulsive Einsatz, von Bedeutung sind „Aktion“ und „Reaktion“. Daher müssen die Bodenkämpfer neben körperlicher Fitness nicht nur technisches Können mitbringen, sondern sie benötigen auch ein Gespür für mögliche Folgebewegungen und „Schachzüge“ des Gegenübers.

Hieraus ergibt sich eine schier unendliche Kette von Bewegungsabläufen, die tatsächlich erst dann ein Ende findet, wenn einer der beiden Kontrahenten einen Haltegriff 30 Sekunden halten kann oder der andere mit seinem Abklatschen bei einem Armhebel oder Würgegriff signalisiert, dass er aufgibt bzw. der andere gewonnen hat. Da bei den Übungskämpfen erhebliche Kräfte zum Einsatz kommen, die den ungeübten Bodenkämpfer und sein Gegenüber bei unkontrollierter Ausführung der Techniken schädigen können, ist hier der Respekt vor dem Gegner und der Gedanke der Erhaltung – nicht der Schädigung! – der Gesundheit des Gegenübers vorrangig und spiegelt so den Geist des Budo wider.

In der Kategorie „Pairs” treten die Wettkämpfer als Paar gegeneinander an. In einem zeitlich festgelegten Rahmen müssen diese Paare den Punktrichtern ein selbst entworfenes Programm aus verschiedensten Angriffen und Abwehrtechniken präsentieren. Die Paare werden auch hier im technischen Vergleich zueinander bewertet. Der Ablauf der Meisterschaften war sehr gut vorbereitet und lief reibungslos. Am Samstagabend war sogar noch Zeit, das schöne Wetter in Hagen-Hohenlimburg vor der Party bei einem schönen Spaziergang entlang der Lenne zu genießen. Nach den Finalkämpfen am Sonntag stand es dann fest: Erfolgreichster Wettkämpfer der diesjährigen Deutschen Meisterschaften wurde Oleg Tartakowski.
Abgerundet wurde der Erfolg dieser Meisterschaften durch eine von den Kämpferinnen und Kämpfern geschaffene gute Atmosphäre, das sehr gute Catering und durch das Einsehen von „Petrus“, dass zum Gelingen des Vorhabens auch Maiwetter gehören musste. Der Dank für die diesjährigen bemerkenswerten Meisterschaften geht an alle Wettkämpfer und den ausrichtenden Verein Elseyer Turnverein 1881 e.V. Abteilung Yaware und seine freiwilligen Helfern sowie an das großartige Publikum, das die Wettkämpfer über beide Tage im Sinne der Worte John Ruskins „Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden...“  begeistert unterstützt und angefeuert hat. In zwei Jahren sehen wir uns wieder, und zwar in Mülheim an der Ruhr, wenn hier vom 29.-30. Mai 2010 die siebten Deutschen Meisterschaften des DJJB im Jiu Jitsu vom Traditionsverein
Bushido Mülheim ausgerichtet werden.

 Medaillenspiegel

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Text: Andreas Dolny/Volker Schwarz; Photos: DJJB