Ein Jahr nach den vom DJJB in Porto Carras/Griechenland (im südlichen Teil der
Halbinsel Sithonia) durchgeführten 16. Internationalen Meisterschaften der
UNJJ ist erfreulicherweise
abzusehen, dass sich das Jiu Jitsu in Griechenland mittlerweile immer größerer
Popularität erfreut.
Dieter Lösgen (10. Dan Jiu Jitsu) und Josef Djakovic (7. Dan Jiu Jitsu) fuhren
Anfang Oktober erneut zu einem „Lehrgang für Freunde“ nach Kavala/Griechenland,
um hier wieder einmal an eine schöne Tradition – „die Woche in Kavala“ –
anzuknüpfen. Beiden eilt ein Ruf voraus, der die motivierten Jiu Jitsuka aus
Kavala und weiteren Regionen Griechenlands ermutigte, eine Woche lang bei bestem
Wetter von morgens bis abends nur Jiu Jitsu zu „denken“, zu „fühlen“ und zu
„handeln“.
Aber nicht nur das Wetter spielte wieder mit, sondern auch der Gedanke des Budo
konnte sich in dieser „mediterranen“ Atmosphäre bestens entwickeln, wobei
freundschaftliche Kontakte aufgebaut oder bestehende vertieft wurden.
Der Lehrer in Kavala, Christos Barberis (4. Dan Jiu Jitsu), hat selbst lange
Zeit in Deutschland gelebt und kann mittlerweile das Gedeihen des Jiu Jitsu in
Hellas, seiner zauberhaften Heimat, mit Freu(n)de(n) begleiten.
Aber es ist auch sein Verdienst, dass nicht nur der Name unserer Kampfkunst,
sondern auch das Jiu Jitsu selbst in Griechenland Wurzeln geschlagen hat, die
bis nach Athen und auch in die Verästelungen der griechische Armee hinein
reichen. Griechenland ist immer eine Reise wert: das Land, seine Kultur, die
Menschen und die Gastfreundschaft...
Mit dem Ziel, Jiu Jitsu in Griechenland bekannt zu machen, arbeitet Christos
Barberis unermüdlich an der Verbreitung und Festigung des Jiu Jitsu. Hierzu
gehören auch Prüfungen, denn nach langer Mühe soll auch die „Belohnung“ – der
nächste Gürtelgrad – folgen. So gab es in Kavala unter der Leitung von Dieter
Lösgen und Josef Djakovic zwei Prüfungen, einmal für Kinder und Jugendliche und
einmal für Erwachsene. An der Anzahl der Prüflinge konnte man sofort sehen, wie
sehr das Jiu Jitsu vor Ort gewachsen ist. Es war eine erfreuliche Prüfung mit
strebsamen und motivierten Jiu Jitsuka, die für ihr langes Üben mit dem nächsten
Gürtel belohnt wurden.
Vor allem die Kleinen hatten augenscheinlichen Spaß am Training und an der
Prüfung. Das lag nicht zuletzt an der Tatsache, dass Dieter Lösgen und Josef
Djakovic in ihrem „Gepäck“ auch zahlreiche aktivierende kindgerechte Spiele
hatten, auf welche die Kinder und Jugendlichen mit großer Begeisterung und mit
der anschließenden Frage: „Machen wir bitte noch ein Spiel?“
reagierten. Schon in den „Herbstwochen Kavalas“ vergangener Jahre war den
griechischen Jiu Jitsuka, von denen bald schon die Ersten die Prüfung zum 1. Dan
anvisieren, klar, dass das Jiu Jitsu des DJJB – „Made in Germany“ – für
nachvollziehbare Qualität steht.
Doch zur Qualität gesellt sich Verlässlichkeit, aus der Freundschaft erwachsen
ist. Dass die Freundschaft zwischen „Hellas“ und „Germany“ auf einem festen
Boden steht, zeigt auch der ausgeprägte Lernwille einiger Jiu Jitsuka aus den
Reihen von Christos Barberis, der hier wertvolle „Entwicklungshilfe“ im Dienste
des Jiu Jitsu leistet, denn für das nächste Jahr sind Besuche in Deutschland
geplant.
Lehrgänge, Training in Vereinen des DJJB und ein bisschen „Deutschland unter
Freunden“ – das wird auf dem Programm stehen. Wir werden den „Hellenen“, ob
hier vor Ort oder in ihrem wunderbaren Land, auch weiterhin Freunde und eine
verlässliche Stütze sein, auf die sich das Jiu Jitsu in Griechenland verlassen
kann. Der Traum von gestern ist die Hoffnung von heute und die Realität von
morgen. (Robert H. Goddard)
Josef Djakovic, Volker Schwarz