Zum dritten Mal fand der Kampfsporttag des „Dachverbandes
für Budotechniken“ im „MoviePark Germany“ (Bottrop Kirchhellen) statt. Gemäß
dem Slogan „Hurra, ich bin im Film!“ hat sich der eine oder andere Zuschauer
und auch der Moderator (siehe unten) sicherlich gedacht, dass er in einer
Stunt-Show gelandet ist, denn vom Wushu über Taekwon-Do bis hin zum Jiu
Jitsu wurden einige der Budo-Künste gezeigt, die der Dachverband in
Nordrhein-Westfalen beherbergt.
So wurde zum dritten Mal auch ein Einblick in die japanische
Selbstverteidigung Jiu Jitsu geboten. Im Namen des Deutschen Jiu Jitsu
Bundes präsentierte der Mülheimer Verein
Bujindo e.V. wieder ein
breites Spektrum des Jiu Jitsu auf der Bühne. Pünktlich um 14 Uhr liefen die
Jiu Jitsuka ein…
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…und direkt nach der Verbeugung ging es mit Frauenselbstverteidigung los. Eine – scheinbar – wehrlose Frau wird von zwei Männern in Lederjacken angegriffen. Ihr Leben ist in Gefahr! Und mit diesem Gedanken im Hinterkopf bleibt kein Raum für Spielchen – plötzlich der erste Angriff und dann geht alles ganz schnell… der eine Angreifer fliegt schon durch die Luft, und dann krümmt sich auch schon der Zweite auf dem Boden. Hier auf der Bühne – mit Musik umrahmt und mit Applaus der Zuschauer – ist alles Show, die Angreifer stehen wieder auf und verbeugen sich. Auf der Straße wäre das alles andere als selbstverständlich – weder, dass die Aggressoren aufstünden, noch dass sie sich mit Respekt verbeugen würden…
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Weiter geht’s mit der Fallschule: hier zeigen erst die Kinder und dann die Fortgeschrittenen wie man vorwärts und rückwärts rollt ohne sich dabei Schmerzen zuzufügen. Sie demonstrieren den freien Fall (jap. Mae-Tobu), Flugrollen über Hindernisse und kombinieren Fallschule mit Verteidigungstechniken – auch das gehört zum Jiu Jitsu.
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Dazwischen finden die Kleinen Zeit den neugierigen Blicken der Zuschauer die Abwehrtechniken zu zeigen, die sie in den letzten Wochen beim Dienstags-Training gelernt haben. Für die meisten Kinder war es die erste Vorführung, entsprechend waren sie aufgeregt. Doch auf der Bühne merkte man es ihnen kein Stück an, als sie einige simple und für Kinder entschärfte Abwehrtechniken zeigten – natürlich ohne Nachschlagen und ohne Aggressivität.
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Das sieht bei den Jugendlichen schon anders aus. Sie demonstrieren
Abwehrtechniken aus der Wettkampfkategorie „Random Attack“, zu Deutsch:
Zufallsangriff. Hierbei muss sich der Verteidiger gegen einen zufällig
ausgewählten Angriff, aus maximal 40 Möglichen, verteidigen. Im Wettkampf weiß
der Verteidiger nur, dass es einer davon sein wird, welcher Angriff es war, wird
oft erst nach der beendeten Abwehrtechnik klar. Es wird die
Reaktionsgeschwindigkeit und Realität der Abwehrtechnik beurteilt, aber auch die
Dynamik und Exaktheit der Ausführung.
Unter die 40 Angriffe fallen auch einige, die mit einer Waffe durchgeführt
werden. Diese werden von fortgeschrittenen Erwachsenen demonstriert.
Abwehrtechniken gegen Kurzstock, gegen Messer, aber auch gegen Langstock werden
auf der Bühne gezeigt: mal synchron, mal in Zeitlupe und mal in einer
atemberaubenden Geschwindigkeit.
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Nicht minder wichtig – als das Training der Abwehrtechniken gegen bewaffnete
Angreifer oder aber gegen mehrere Angreifer – ist das Üben von „Kata“, der
traditionellen Formen. So eine fest vorgeschriebene Bewegungsform, die im Jiu
Jitsu zu zweit durchgeführt wird, folgte als nächstes im Programm des Bujindo.
Besonderes Augenmerk wird bei Kata nicht nur auf Genauigkeit und Dynamik der
Ausführung, sondern auf die Harmonie zwischen den beiden Trainingspartnern
gelegt.
Als Kontrast zu der Kata, die nur dezent mit Musik untermalt wurde, folgte die
Vorstellung einer weiteren Wettkampfform: „Pairs“ stand auf der Agenda. Wie der
Name bereits verrät, tritt der Jiu Jitsuka auch hier wieder mit einem Partner
an. Ziel der beiden ist es innerhalb von zwei Minuten ein selbsterstelltes
Programm – eine Art Kür – zu zeigen, bei dem sich Angriff, Gegenangriff und
Verteidigung sich fließend abwechseln. Für die Zuschauer waren die gezeigten
Pairs-Programme besonders interessant. Nicht nur, weil aktuelle Deutsche Meister
in dieser Kategorie ihre Pairs-Programme demonstrierten, sondern auch weil dabei
die Vielfalt des Jiu Jitsu von Schlag- und Tritttechniken, über Hebel- und
Würgetechniken bis hin zu spektakulären Würfen ausgeschöpft wurde.
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Und auch der Moderator des Kampsporttages durfte mal sein Mikrophon zur Seite
legen und am eigenen Leib erspüren wie wirksam Jiu Jitsu ist. Ungläubig, dass
ein kleines Kind ihn überwältigen könnte, betrat er die Matte und setzte zum
Angriff an… Nach einer Verbeugung stellte sich ihm die zehnjährige Katharina
Salomon entgegen und ohne auch nur mit der Wimper zu zucken blockte sie seinen
Angriff ab, leitete die Wucht des Angreifers um (getreu dem Prinzip des Jiu
Jitsu: „Nachgeben um zu Siegen“) und ehe sich Moderator versah, flog er durch
die Luft und landete auf dem Rücken. Auch hier gab es Applaus für die mutige
Katharina und natürlich auch für den fast noch mutigeren Moderator.
Angezogen von den Bässen der Musik und den Kampfkunst-Demonstrationen ließen
sich viele der Besucher des Freizeitparks dazu hinreißen, zwischen Achterbahn
und Karussell, ein paar Minuten zu verweilen und sich die Vorführungen der
Mülheimer Jiu Jitsuka und der anderen Kampfkünstler anzuschauen. Anschließend,
nach der Jiu Jitsu Vorführung, galt es dann auch für die 30 Vorführenden aus dem
Mülheimer Jiu-Jitsu-Verein Bujindo samt Eltern den Park zu erkunden und die
Fahrgeschäfte auf Herz und Nieren auszuprobieren.
Alles in allem trug der dritte Kampfsporttag abermals dazu bei, die Vielfalt des
Budo in Nordrhein-Westfalen angemessen nach außen zu präsentieren und kann zum
wiederholten Male als Erfolg bezeichnet werden, besonders für den Mülheimer Jiu
Jitsu Verein Bujindo!
Text: Christian Weber, Oleg Tartakowski
Fotos: Dachverband für Budotechniken NW e.V.