„Einer für alle! Alle für Einen! BUJINDO!“

„Einer für alle! Alle für Einen! BU-JIN-DO!“ – So lautete das Motto der diesjährigen Kinder-Vereinsfahrt der Jiudo-Abteilung des Mülheimer Vereines Bujindo. Lautstark wurde dieser Schlachtruf angebracht, wenn knifflige Aufgaben zu bewältigen waren, und davon gab es am Wochenende um den 16. Mai 2009 einige.
Am Freitag ging es gegen Nachmittag los in Richtung Solingen. In der Stadt der Klingen und Messer musste das geplante Auftakt-Fußballspiel aufgrund von Regen zunächst verschoben werden. Doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch und so wurden verschiedene Ice-Breaker- und Kennenlern-Spiele einfach nach drinnen verlegt…
Bei einem der Spiele sollte beispielsweise der eigene Name durch ein Adjektiv und eine Bewegung untermalt werden, was sich in einigen Fällen als ziemlich witzig herausstellte. Im Nachhinein konnte sich jeder Anwesende alle Namen, samt der genannten Eigenschaft gut merken, und so wunderte es niemanden, dass jeder nun wusste, wer der „popelnde Paul“, die „verrückte Valentina“, der „planschende Pascal“ und die „affige Alina“ waren.
Am Samstag ging es nach dem Frühstück ab in den Wald – wandern. Doch man wanderte nicht einfach nebeneinander, sondern jeder mit einem Partner zusammen, oder eher fast schon wie mit einem ´siamesischen Zwilling´ an der Seite. Denn immer zwei junge Budoka wurden mit einem Seil um das Handgelenk miteinander verbunden, und das vom Wandern bis einschließlich zum Mittagessen. Dabei mussten Herausforderungen, wie Huckepacklauf, Sackhüpfen, Eierlauf immer gemeinsam als Paar gemeistert werden, um sich das leckere Mittagessen anständig zu ´verdienen´.
Mitten in der Wanderung mussten plötzlich alle die Straße räumen, weil zwei Pferde zu hören waren. Doch anstatt schnell an der Gruppe vorbei zu reiten, hallte es laut: „Brrrrrrrrrr“ – und die Pferde blieben stehen. Kurz danach waren sie von Kids umringt, die sie bedächtig und liebevoll streichelten…

Nach dem Mittagessen stand ein weiteres Abenteuer an: die Suche nach einem großen Schatz! Doch was ist schon ein Schatz ohne Schatzkarte? Und wie kommt man an die Schatzkarte? Ja, ist doch klar – man besteht viele weitere Abenteuer, und zwar wieder getreu dem Motto: „Einer für alle! Alle für einen! BU-JIN-DO!“
Also, auf zum Müngstener Brückenpark (ein Abenteuer-Erholungs-Park zwischen Solingen und Remscheid) – vom Klammerfangen, über Spiele am Schwungtuch, und „Smarties und Stories“, aber auch durch Körpereinsatz beim Pyramidenbau, und den Gesangskünsten beim Kanon „Hier im Dschungel“ hatten die Jiudoka alle Wagnisse überstanden und im Anschluss jeweils die ersehnten Puzzle-Teile der Schatzkarte bekommen. Doch stand der anvisierten letzten Station noch die Wupper im Weg – aber auch nicht lange. Denn mit der weltweit einzigartigen Schwebefähre, bei der man sich durch einen mit Muskelkraft betriebenen Motor fortbewegte, war die Flussüberquerung für die Abenteuerlustigen nur ein kleines Problem. Hinfahren, zurückfahren und dann konnte die Karte auch schon zusammengesetzt und der Schatz, dessen Inhalt alle am liebsten sofort verschlungen hätten, problemlos gefunden werden.

        

Wieder in der Jugendherberge angekommen, ging es ab auf die Wiesen, und zwar so lange, bis der Grill bereit war und die Tische voll mit Salaten und Kartoffeln fürs Abendessen waren. Nach dem Essen wurde es kälter und dunkler, sodass sich bald Viele um das Lagerfeuer tummelten.
So ein langer Tag und es ging immer noch nicht ins Bett, denn eine Nachtwanderung stand noch aus – schnell noch die eine oder andere Jacke und Taschenlampe holen und ab in den dunklen Wald. Plötzlich sollten alle still sein, sich umhören und die nächtliche Stille des Waldes beachten. Schritt für Schritt ging es weiter – ganz leise, ohne ein Wort zu sprechen.
Dann sollte die Gruppe anhalten. Die Kinder schauten ihre Betreuer erwartungsvoll an und verstanden direkt das Zeichen an die jungen Budoka… Und darauf durchbrachen sie, mit ihren lauten Stimmen, die nächtliche Ruhe und bis weit über die Grenzen des Waldes konnte man sie hören: „Einer für alle! Alle für einen! BU-JIN-DO!“
Der Sonntag fing gemächlich an: frühstücken, Taschen packen, Zimmer aufräumen und sich im Tagesraum treffen. Der Regen hat sich wieder breit gemacht, aber das berüchtigte Spinnennetzspiel, welches noch auf dem Tagesplan stand, konnte auch drinnen gespielt werden. Glücklicherweise waren im Tagesraum zwei große Pfeiler, zwischen denen die Seile in einer Art Spinnennetz-Form gespannt wurden. Die Aufgabe war eigentlich klar, aber dadurch nicht einfacher: es mussten alle auf die andere Seite. So kam Einer nach dem Anderen auf die andere Seite: Mal von vielen Händen gehoben und auf der anderen Seite des Netzes wieder angenommen, mal ganz alleine, ohne Hilfe – am Ende hatte es die Gruppe gemeinsam geschafft.
Dann schauten sich die jungen Budoka um und sahen überall Pflaster, Verbandszeug und andere Notwendigkeiten für die Erste Hilfe. „Doch was ist Erste Hilfe? Wie erkenne ich jemanden, der Hilfe braucht? Muss ich Hilfe rufen? Wie klebe ich ein Pflaster oder mache einen Verband?“ – Diese Fragen wurden auf spielerische Art und Weise beantwortet und somit das Problem gelöst. Ganz natürlich könnte nun jeder, der mit dabei war, ein wenig Erste Hilfe leisten, „denn wenn ich Dir helfe, hilfst Du mir auch, wenn ich darauf angewiesen bin!“, so das Motto. „Einer für alle! Alle für einen! BU-JIN-DO!“, der Schlachtruf wurde viele Male auf dieser Fahrt kraftvoll ausgestoßen, und bei einer Sache kann man sich ganz sicher sein: Auf dieser Fahrt ist die Jiudo-Gruppe des Bujindo Mülheim weiter zusammengewachsen und jeder hat viel mehr mitgenommen als die Namen und die genannten Eigenschaften seiner Sportkameraden!

Text: Carina Eberhard, Christian Weber, Oleg Tartakowski
Fotos: Carina Eberhard