„Geh deinen Weg und lass die Leute reden“, hat Dante (Alighieri)
schon vor Jahrhunderten gesagt. Und immer wieder ist es bezeichnend, wie sehr
alle Kulturen der Welt – durch Zeit und Raum kaum verändert – immer wieder auf
ähnliche Weisheiten zurückgreifen.
Für viele Denker steht die Bewegung, ein Weg, der begangen werden muss, im
Mittelpunkt. Niemand weiß, wo dieser Weg beginnt und wo er endet. Sicher ist,
dass es vorgegebene Wege und neu zu findende Weg gibt. Nicht alle Menschen
laufen auf den gleichen Wegen; so mancher muss sich seinen Weg erst erarbeiten…
Für
uns Jiu Jitsuka führt der Weg zur tatsächlichen Meisterschaft an der
Absolvierung von zahlreichen Kyu-Prüfungen vorbei und wir landen schließlich
irgendwann beim 1. Dan bzw. dem Schwarzgurt. Bis dahin sind wir in der Regel
nicht den „leichten“ Weg gegangen, sondern den Weg der Anstrengung und des
Schweißes. Der Schwarzgurt ist die Belohnung für jahrelanges Arbeiten und Mühen,
für viele Trainingsstunden, Disziplin, Fleiß und Entbehrungen.
Somit waren die Danprüfungen am 13. Dezember 2009 so kurz vor Jahresende noch
einmal ein Highlight für Prüflinge und Zuschauer. Die Anforderungen an die
Prüflinge für die Danprüfungen gehen weit über das hinaus, was für eine
Kyu-Prüfung erwartet wird. Wer erfolgreich eine Danprüfung bestehen will, muss
nicht nur was das technische Niveau angeht weit überdurchschnittliche Leistungen
erbringen, sondern muss auch hinsichtlich des Verhaltens und der Haltung
allgemein überzeugen. Charakter ist gefragt.
Wer die Schwelle zum Schwarzgurt überschritten hat, geht mit der bestandenen
Prüfung auch die Verpflichtung ein, von nun an nicht mehr ausschließlich lernen
zu können, sondern auch mit dem Lehren zu beginnen – und damit an der
Weitervermittlung des Jiu Jitsus mitzuwirken.
Auch die Danprüfungen am 13. Dezember 2009 in Essen haben die Gemeinschaft der
Danträger im Deutschen Jiu Jitsu Bund (im DJJB) wieder bereichert. Das
Prüfungskomitee bestand aus hochrangigen Prüfern unter der Leitung von
Bundestrainer Dieter Lösgen. Durch die Vielzahl an Prüflingen mussten zwei
Prüfungskommissionen gebildet werden. Trotz dieser „Arbeitsteilung“ sollte die
interessante Prüfung mehrere Stunden dauern, wobei das Prüfungsspektrum vom 1.
Kyu Jiu Jitsu (Braungurt III. Streifen) bis zum 3. Dan Jiu Jitsu reichte.
An Tisch 1 hatten Dieter Lösgen (10. Dan Jiu Jitsu, Bundestrainer), Harald
Westrich (5. Dan Jiu Jitsu) und Dirk Lunnemann (4. Dan Jiu Jitsu) die Aufgabe,
die angetretenen Jiu-Jitsuka zu prüfen. In der zweiten Prüfungskommission an
Tisch 2 hatten sich Dieter Mäß (7. Dan Jiu Jitsu), Josef Djakovic (7. Dan Jiu
Jitsu, Erster Vorsitzender KID/DJJB) und Bernd Kampmann (6. Dan Jiu Jitsu)
zusammengefunden, um die Prüflinge auf „Herz und Niere“ zu überprüfen.
Nach Stunden der Anstrengung, nach „Kata“, „Programm“, „Kreis“ und „Theorie“ hieß es: „Die Prüfung im Jiu Jitsu haben bestanden…:“
Mit dem erlangten Dan hat der Schwarzgurt in Zukunft auch die Pflicht,
sich zunehmend ak-tiv an der Entwicklung des Jiu Jitsu zu beteiligen. Durch
den „Wechsel der Seite“ wird er automatisch in die Pflicht genommen! Zu
diesen Pflichten gehört die ständige Weiterbildung, die Arbeit an sich, dem
technischen Niveau und am Charakter. Stillstand ist Rückschritt. Der
Danträger ist Vorbild und muss Verantwortung für sich, das Dojo und das
„Pflänzchen Jiu Jitsu“ übernehmen.
Der DJJB gratuliert allen Prüflingen zur erbrachten Leistung, heißt die
neuen und alten Schwarzgurte in seinen Reihen herzlich willkommen und
wünscht für den weiteren WEG alles Gute.

Text: Volker Schwarz
Bilder: Harald Westrich, Simone Dieckmann, Dirk Schwenzfeier