Die
Stadt Füssen im Allgäu, die sich mit ihren 14.236 Einwohnern selbst auch
als „romantische Seele Bayerns“ bezeichnet, ist mit ihrer 700-jährigen
Geschichte vor allem wegen der Nähe zum Märchenschloss Neuschwanstein
bekannt, in dem der Mythos von König Ludwig II. weiterlebt. In dieser
malerischen Umgebung in knapp 800 Metern Höhe fand der Lehrgang ideale
Voraussetzungen vor, um Budo mit Kultur und Natur zu einem
Erlebniswochenende verbinden zu können.
Die zahlreichen angereisten Budoka wurden am 24. und 25. Oktober 2009 von
den Referenten Dieter Lösgen (10. Dan Jiu Jitsu, Bundestrainer
DJJB), Josef Djakovic, 7. Dan Jiu Jitsu, Vorsitzender DJJB), Hans Rucker
(Kali Sikaran Guro, 3. Dan Ju Jutsu) und Joachim Birkenbach
(4. Dan Taekwondo, Landesprüferreferent Rheinland-Pfalz) durch die
vielen Übungsstunden geleitet.
Schon im Namen der Stadt Füssen (Bedeutung: „Mehrzahl von Fuß“) ist
angedeutet, dass die Füße der angereisten Budoka auf dem Lehrgang nicht oft
zum Stehen kommen würden.
Nach einem dynamischen und bei diesen Außentemperaturen „notwendigen“
intensiven, musikalisch unterstützten Aufwärmtraining, mit dem Joachim
Birkenbach die erstmals über 100 Budoka aus ganz Europa – wie z.B. aus
Österreich, Italien und der Schweiz – im Dojo auf „Temperatur“ bringen
konnte, ging es in die einzelnen Gruppen. In diesem Jahr konnten die Lehrer
unter anderem mit Schwerpunkten wie Messer- und Kurzstockabwehren,
Bodenkampf, Tritt- und Schlagtechniken sowie Abwehren mit dem Ko Bushi Bo
begeistern. Durch die unterschiedlichen Stile der Lehrer konnten die
Teilnehmer während des Lehrgangs einen Einblick in deren Art der Kampfkunst
und Selbstverteidigung erhalten und somit viele neue wertvolle Erfahrungen
sammeln.


Von den Teilnehmern wurde der nunmehr fünfte internationale Lehrgang in
Füssen aber nicht nur genutzt, um neue Techniken zu erlernen, sondern auch
um neue Kontakte zu knüpfen oder alte zu pflegen. Durch die Lehrgänge der
letzten Jahre haben sich zwischen vielen Teilnehmern Freundschaften quer
durch Deutschland entwickelt, und auch international ist „Füssen“
mittlerweile ein bekannter Begriff.
Am Samstagabend wurden ein Buffet und Tische zum gemütlichen Beisammensitzen
aufgebaut. Danach sorgten DJs für Stimmung. In der Halle fanden die Sportler
auch genügend Raum um zu übernachten. So mancher hatte aber auch die
Gelegenheit für einen Spaziergang in der Natur oder in der idyllischen
Altstadt genutzt.
Nach einem kleinen Umbau ging es dann um 21.00 Uhr mit der Lehrgangsfete
weiter, die mittlerweile auch ein fester Bestandteil ist; von der
Grundtechnik war es buchstäblich nur ein Sprung in die Tanzschrittfolge –
diese demonstrierten die Teilnehmer mit einem gemeinsamen „Jumpstyle“.
Daneben gab es in geselliger Atmosphäre für die Budoka auch die Gelegenheit
für den persönlichen Austausch, für Gespräche, Fragen, und ansonsten sah
man, dass alle viel Spaß hatten. Für manchen „Nachtmenschen“ wurde die Nacht
entsprechend etwas kürzer, da aber an diesem Wochenende die Zeitumstellung
war, hatten alle eine Stunde mehr Schlaf.
Dementsprechend standen viele – vor allem jüngere Budoka – am Sonntagmorgen
um 09.00 Uhr wieder fit auf der Matte, so dass Markus Grimm mit
entsprechenden Aufwachübungen und passenden musikalischen „Beats“ alle
Budoka auf Betriebstemperatur bringen konnte. Zum Abschluss des Lehrgangs
wurde Thomas und Andrea Roth nochmals herzlichst gratuliert. Die beiden
haben sich neben der Organisation und Planung für diesen Lehrgang die Zeit
genommen, eine Woche vorher noch zu heiraten. Auch von hier aus nochmals im
Namen aller viel Glück für die gemeinsame Zukunft. Zu danken ist ebenfalls
dem gesamten Team des
Shu Shin Kan,
das diesen Lehrgang auch in diesem Jahr wieder hervorragend organisiert hat.
Vielen Dank für den gelungenen Lehrgang an die Referenten Dieter Lösgen,
Josef Djakovic, Hans Rucker und Joachim Birkenbach. Am Fuße des Leuchtturms
herrscht Dunkelheit, in Füssen helles Licht…. (leicht „abgewandelte“
chinesische Weisheit)
Text: Volker Schwarz
Fotos: Markus Grimm