Nachdem die Abteilung Jiudo im
Styrumer Turnverein von 1880
e.V wegen der großen Nachfrage Anfang des Jahres offiziell Mitglied im
Deutschen Jiu Jitsu Bund geworden ist, konnten sich die jungen Jiudoka am 23.
Juni 2009 nun ihrer ersten Kyu-Prüfung (Schülerprüfung) stellen.
Die Abteilung Jiudo im Styrumer Turnverein mit ihren 30 Mitgliedern ist
organisatorisch in zwei Gruppen aufgeteilt: die Anfängergruppe und die
Fortgeschrittenengruppe. Während die Anfängergruppe für ihre Prüfung noch etwas
üben muss, konnte die Fortgeschrittenengruppe am 23. Juni 2009 komplett auf die
Matte treten, um die erste Kyu-Prüfung abzulegen.
Von den 14 Prüflingen traten 12 zum Gelbgurt und zwei zum Weißgurt mit rotem
Streifen an. Für die Prüfung zum Gelbgurt im Jiudo braucht man in der Regel
mindestens ein halbes Jahr Vorbereitungszeit, für den Weißgurt mit rotem
Streifen im Jiudo mindestens drei Monate.
Als Prüfer für die Jiudoka im Alter zwischen sechs und 12 Jahren hatte ich
meinen Lehrer Josef Djakovic (7. Dan Jiu Jitsu, 2. Dan Jiudo; 1. Vorsitzender
Korporation Internationaler Danträger/ Deutscher Jiu Jitsu Bund) eingeladen.
Die Kinder (und auch ihre Eltern) waren sichtlich nervös, worauf Josef Djakovic
die Kinder mit seiner Gelassenheit beruhigte und betonte, dass sie das im
Training Erlernte auf der Prüfung umsetzen sollten. Wer den Weißgurt mit rotem
Streifen erfolgreich bestehen will, muss neben den Fallübungen unter anderem
auch das Gleichgewichtbrechen in acht Richtungen beherrschen. Die Anforderungen
für den Gelbgurt im Jiudo umfassen acht Würfe und vier Haltegriffe, wobei die
japanischen Namen genannt werden müssen.
Alle 14 Teilnehmer haben die Prüfung erfolgreich bestanden und jeder Jiudoka
kann für sich stolz auf seine Leistung sein. Die strahlenden Gesichter der
Kinder verrieten überdies, dass es sowohl beim Training als auch nach
bestandener Prüfung allen Grund zur Freude gab, und zwar Freude über das aus
eigener Kraft Geleistete – echte Freude eben, weit über „fun“ oder „coolness“
hinaus. Am Prüfungstag ist Zuschauern und Eltern aufgefallen, dass im Dojo (in
Japan „Übungsort“) eine bemerkenswerte, von Disziplin und Konzentration
bestimmte Atmosphäre vorherrschte, was man zum Beispiel an den am Mattenrand
ordentlich aufgereihten Schläppchen der Kinder erkennen konnte. Auch an dieser
„Kleinigkeit“ – die von der kindgerechten Stimmigkeit von Form und Inhalt zeugte
– zeigte sich, dass Jiudo Spaß macht und einen rundum gesunden Einfluss auf die
Kinder hat.
Sabine Kloß