In diesem Jahr ging es für das aus 31 Kämpfern bestehende
Nationalteam Deutschlands über den Ärmelkanal in das Vereinigte Königreich.
Und dies aus gutem Grund, denn
Blackpool,
eine Küstenstadt mit 142.500 Einwohnern an der Irischen See – bekannt als
eine der Geburtsstätten des modernen Tourismus – lud während der Tage vom 9.
bis 10. Oktober 2009 zu den diesjährigen Internationalen Meisterschaften der
United Nations of Ju Jitsu
(UNJJ) ein.
Die motivierten Wettkämpfer des DJJB hatten bereits vor einem halben Jahr
damit begonnen, ihr Trainingspensum auch auf die 18. UNJJ Meisterschaften
abzustimmen und noch ein „paar Kohlen draufzupacken“. Wer als Newcomer unter
der Betreuung seiner Lehrer auf „Blackpool“ hin trainierte, musste
sicherlich noch Schwerpunkte setzen und sich auf eine oder zwei Kategorien
konzentrieren. „Alte Hasen“ können hingegen auf ihre Erfahrung bauen und
treten in mehreren Kategorien an. Es schadet aber grundsätzlich nicht, Mut
zu zeigen und in verschiedenen
Kategorien:
„zufällige Angriffe“ (Random Attacks), „Freikampf“ (Sparring), „Bodenkampf“
(Ground¬fighting), „Waffenlose Kata“ (Empty Hand Kata), „Waffen Kata“
(Weapons Kata), „Zwei-Personen Kata“ (Two Person Kata), „Paar-Demonstration“
(Pairs Demonstrations) und „Mannschafts-Demonstration“ (Team Demonstration)
zu starten.



Die Freude bei den Trainern und Wettkämpfern des Teams aus
Deutschland war nach den anstrengenden und spannenden Wettkämpfen umso
größer, da im Vergleich zu anderen Nationen mit einem vergleichbar kleinen
Team angetreten wurde. Durch die vielen Kategorien, Alters- und
Gewichtsklassen und die weiteren Unterteilungen sind die
UNJJ-Meisterschaften sehr komplex, was aber der Tatsache geschuldet ist,
dass das Meisterschaftssystem über die Jahre sehr ausgereift und an die
Bedürfnisse der Teilnehmer geknüpft ist, um hier einerseits Leistungsansätze
zu schaffen, andererseits aber nicht die Gerechtigkeit und Fairness aus den
Augen zu verlieren.
Am Freitag wurden die Teilnehmer in den Kategorien Kata auf einer erste
Probe gestellt, denn die Ausscheidungskämpfe mussten wegen der hohen Anzahl
an Teilnehmern vorgezogen werden. Parallel lief der Lehrgang auf insgesamt
acht Matten – kein Problem bei der Hallengröße und bei dieser guten Planung.
Für Deutschland und den Deutschen Jiu Jitsu Bund unterrichteten
Dieter Lösgen (10. Dan Jiu Jitsu, Bundestrainer DJJB), Josef Djakovic (7.
Dan Jiu Jitsu, Erster Vorsitzender DJJB) und Jürgen Rautert
(3. Dan Jiu Jitsu, National Delgate) abwechselnd die motivierten
Budoka im Jiu Jitsu. Am zweiten Tag folgte die Eröffnung der 18.
Internationalen Meisterschaften der UNJJ mit japanischen Trommlern, die
dabei Kata mit Stöcken und Fächern demonstrierten. Nach diesem gelungenen
Einstieg wurden ununterbrochen auf acht Matten die Meisterschaften in den
Kategorien Sparring, Groundfighting, Kata, Pairs und Random Attacks
ausgekämpft.
Das Team aus Deutschland war wie in den Jahren zuvor mit insgesamt
15 Gold-, 9 Silber- und 17 Bronzemedaillen sehr erfolgreich und
konnte seinen Ruf verteidigen, was auch für das im DJJB gelehrte Jiu Jitsu
spricht.


Matthias Werk und Sonja Neunerdt
konnten jeweils zwei Goldmedaillen nach Essen-Frintrop zum
TBF-Bushido Essen
Frintrop mitnehmen. Kevin Golz vom TBF Essen errang
einmal Gold und zweimal Silber. Insgesamt gingen fünf Gold-, fünf Silber-
und sieben Bronzemedaillen zum TBF nach Essen, der sich mit einer
beeindruckenden Demonstration in der Kategorie Team gegen die Konkurrenz
durchsetzen konnte und auf Platz 1 kam und Gold errang. Katya
Kirchner, die zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft der UNJJ
teilgenommen hat, ist gleich als erfolgreichste Teilnehmerin des
Bujindo Mülheim e.V. mit
zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze zurückgekehrt.
Maxine-Elaine Schulz nahm neben ihrer Goldmedaille noch zwei
Silbermedaillen mit nach Hause und David Djakovic hatte am
Ende der Meisterschaften eine Gold- und zwei Bronzemedaillen im Gepäck.
Klaus Breitkreutz vom
TSV Viktoria
1898 in Mülheim „schlug“ sich sehr gut und erreichte im Bodenkampf Gold.
Insgesamt ging dreimal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze zum TSV
Viktoria 1898 nach Mülheim. Das intensive Training hat sich auch für
Frank Hilgers, der beim
Polizeisportverein
Krefeld 1925 (und zusätzlich beim TBF in Essen) trainiert(e), gelohnt,
denn er konnte sich im Sparring (Schwergewicht) Gold und im Bodenkampf
(Schwergewicht) Bronze erkämpfen. Allen Wettkämpfern – auch denen, die
(noch) keine Platzierungen und kein Edelmetall mit nach Hause nehmen konnten
– sei an dieser Stelle der Respekt ausgesprochen und der Hinweis erlaubt,
dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Die Erfahrung kommt mit den
vielen Kämpfen und Meisterschaften. Am Ball bleiben, das ist die Devise und
auch das Erfolgskonzept – ob beim Training oder bei Meisterschaften.
Das regelmäßige Training im Verein zahlt sich immer aus. Die nächsten
Meisterschaften der UNJJ werden Ende August 2010 (27.-30.8.2010) im
dänischen Kopenhagen stattfinden. Im Jahr darauf ist für Oktober/November
New York in den USA anvisiert – allemal ein Grund weiter an sich zu üben und
gemäß der alten „Tunerregel“ „alles rauszuholen, was drin ist…“
Ein Dankeschön an alle Lehrer und Trainer, die mitgereisten Fans und die im
Hintergrund Mitwirkenden, welche diesen gemeinsamen Erfolg möglich gemacht
haben.

Text: Volker Schwarz, Andreas Dolny
Bilder: Jürgen Rautert, Yosip Lovric, Michael Kitza, Frank Hilgers und Tanja
Behning