DJJB-Jugend lernt sich zu verteidigen…auch gegen mehrere Angreifer!

Dies war das Thema des diesjährigen Jugendlehrgangs: Abwehrtechniken gegen mehrere Angreifer. Der Lehrgangsleiter, André Rasche (Jugendwart DJJB-NRW, 3. Dan Jiu Jitsu, 2. Dan Jiudo), und sein Assistent Christian Weber (1. Dan Jiudo, 1. Dan Jiu Jitsu, Bujindo Mülheim) trafen sich mit Jiu-Jitsuka im Alter von 12-17 Jahren in Düsseldorf beim hiesigen SC-Bushido.
Nach einem spielerischen Aufwärmtraining wurde das Thema Selbstverteidigung (gegen mehrere Angreifer) zunächst theoretisch vom Lehrgangsleiter behandelt und die Schwerpunkte wurden bald darauf diskutiert. – Bei der Verteidigung gegen eine Gruppe steht Uke unter einem besonderen Druck, er muss kurzfristig entscheiden: „Wohin bewege ich mich, gegen wen verteidige ich mich zuerst, woher bekomme ich Hilfe und wohin kann ich ausweichen?“

    

Ob es sinnvoll ist, sich im Rahmen der Selbstverteidigung zunächst um den „Rädelsführer“ zu kümmern, ist fraglich. Meist rechnet die Gruppe mit einem solchen Verhalten und wäre dementsprechend überrascht, wenn ein anderes Gruppenmitglied im Rahmen der Selbstverteidigung „anvisiert“ wird.
Der Jugendlehrgang verlief insgesamt sehr dynamisch. In Dreier- bzw. Vierergruppen wurden Situationen trainiert, in denen die Angreifer von vorne, von der Seite oder von hinten kamen. Schnell wurde allen bewusst, dass der so genannte „Scheuklappenblick“ und ein allzu defensives Auftreten hier nicht hilfreich sind! In solchen Fällen kann es leicht vorkommen, dass man von den Angreifern buchstäblich „überrannt“ wird.
Den jungen Jiu-Jitsuka wurde gezeigt, dass sie frühzeitig ihre Umgebung sondieren sollten und die Abwehrtechniken spontan und überraschend durchführen müssen. Es galt die Devise: Einerseits muss man selbst auf das Unerwartete vorbereitet sein, andererseits muss man seine(n) Gegner mit unerwarteten „Schachzügen“ begegnen und diese hiermit aus dem Konzept bringen, damit man sich wirkungsvoll verteidigen kann. Die Techniken wurden bewusst sehr kurz gehalten, um sich im Ernstfall direkt dem nächsten Angreifer stellen zu können oder schnell eine mögliche Flucht zu ergreifen.
Alle setzten das Gelernte sehr gut um und waren mit Begeisterung bei der Sache. Es ist toll zu beobachten, dass unsere Jiu-Jitsuka aus den Kinderlehrgängen „herauswachsen“ und dass man sie bei den Jugendlehrgängen wiedertrifft. Dieser Werdegang verdeutlicht mir, dass unsere Vereine gute Arbeit leisten und ihre Mitglieder auf den Weg des Jiu Jitsu verantwortungsvoll begleiten.

Text: André Rasche
Fotos: Christian Weber