Das
alljährliche KID-Seminar, das traditionsgemäß im ersten Monat eines neuen
Jahres, also im Januar stattfindet und fester Bestandteil der Verbandskultur der
Korporation Internationaler Danträger
(KID) ist, fand in diesem Jahr in dem winterlichen Otterbach in Rheinland-Pfalz
statt, nachdem es in den Vorjahren im Sportzentrum in Radevormwald stattgefunden
hatte.
Beinahe alle Seminarteilnehmer, die aus allen Teilen der Bundesrepublik zur
Jahreshauptversammlung und dem anschließenden Neujahrsessen am Freitagabend
anreisten, waren pünktlich. Der diesjährige Winter tat sein Bestes um für eine
verschneite Winterlandschaft zu sorgen, während der Streudienst das Gleiche für
freie Straßen tat.
Am Samstagmorgen ging es dann nach dem Frühstück gleich hinüber in das Dojo des
Zen Bogyo Do in Otterbach und
dort in den Tagungsraum, wo zunächst die Themen vom Vorjahr und deren Umsetzung
besprochen wurden. Es folgten die diesjährigen Seminarthemen, die sich dieses
Jahr zunächst ausführlich mit den kommenden
Deutschen Meisterschaften im
Jiu Jitsu des Deutschen Jiu Jitsu Bundes (DJJB) in Mülheim an der Ruhr am
29./30.05.2010 beschäftigten. Ausrichtender Verein der Deutschen Meisterschaften
ist in diesem Jahr der
Bushido Mülheim e.V., der zugleich auch das 50-jährige Jubiläum seines
Bestehens feiert.
Das Thema Meisterschaften wurde dann sogleich wieder aufgegriffen, denn Ende
August stehen die Internationalen Meisterschaften im Jiu Jitsu der
United Nations of Ju Jutsu
(UNJJ) in Kopenhagen an. Viele Detailfragen konnten abschließend geklärt werden.
Nach dem Mittagsessen referierte Volker Schwarz über das Thema „Verband und
Individuum als Schicksalsgemeinschaft“, während der zweite Referent des Tages,
Michele Colonna, auf ein eher praktisches Thema einging und den theoretischen
Teil des Seminars an diesem Tage mit einem Vortrag über das Messer als Tatwaffe
und Verteidigungsmittel abschloss.

Aber auch die praktische Arbeit sollte nicht zu kurz kommen. In den
Stunden vor dem Abendessen ging es auf die Matte und dort schloss man
nahtlos an die Theorie an. In Gruppen, einem Workshop gleich, wurden
Messerabwehren aus verschiedenen Situationen, an der Wand oder etwa in der
Bodenlage erarbeitet und die Ergebnisse im Detail dann im gemeinsamen Kreis
vorstellt.
Der Tag fand seine Vollendung in einem gemütlichen Beisammensein in den
Räumlichkeiten des Dojos des Zen Bogyo Do. Der Sonntagmorgen begann nach dem
Frühstück mit dem Thema „Verantwortung gegenüber den Schülern – die
erste Hilfe im DJJB“. Der Referent Dieter Mäß beleuchtet neben der
Ersten Hilfe in der Praxis auch die juristische Seite, wie sie sich für den
Übungsleiter darstellt und riet zur regelmäßigen Auffrischung der Kenntnisse
in der Ersten Hilfe.
Der Abschluss des praktischen Seminarteils befasste sich mit dem Gegenstand
Abwehren gegen Schusswaffen aus verschiedenen Positionen. Geübt und
gearbeitet wurde wiederum wie am Vortag in Gruppen. Die darin entwickelten
Ergebnisse wurden dann noch einmal im Detail besprochen und erörtert. In
diesem Seminarteil wurden schwierige Angriffssituationen mit Messer und
Pistole thematisiert, um die Seminarteilnehmer für „Standard-Situationen“
und „Nicht-Standard-Situationen“ zu sensibilisieren, damit die Grenzen des
Machbaren ausgelotet werden können. Denn schließlich stehen wir auch bei
bestmöglicher Vorbereitung mit dem zunehmenden Schwierigkeitsgrad irgendwann
einer Grenze gegenüber. Im Training ist dies eine gute Übung, im Ernstfall
womöglich tödlich. Daher ist das Ausloten der „Grenze“ für den
fortgeschrittenen Dangrad eine wichtige Aufgabe.
Nach dem abschließenden gemeinsamen Mittagsessen, fuhren alle Teilnehmer mit
vielen neuen Ideen und der Gewissheit, etwas Bleibendes für die KID und das
Jiu Jitsu getan und gelernt zu haben nach Hause, denn „Alles Große in
dieser Welt geschieht nur, weil jemand mehr tut, als er muss.“
(Herrmann Gmeiner)

Text: Andreas Dolny
Bilder: Harald Westrich, Volker Schwarz