KID-Seminar 2011 in Radevormwald

Das alljährliche KID-Seminar, das traditionsgemäß im ersten Monat eines neuen Jahres, also im Januar stattfindet und fester Bestandteil der Verbandskultur der Korporation Internationaler Danträger (KID) ist, fand in diesem Jahr wieder im Sportzentrum in Radevormwald statt. Aus allen Teilen der Bundesrepublik waren die Mitglieder der KID angereist.
Noch bevor es in die Jahreshauptversammlung mit anschließendem Neujahrsessen ging, hatte man es sich im Sportzentrum gemütlich gemacht und das eine oder andere Gespräch führen können. Der diesjährige Winter gab sich nach dem weißen Jahreswechsel am Seminarwochenende grau und trist, doch das störte hier niemanden, denn an diesem Wochenende konnte man die „Atmosphäre“ selbst gestalten, wovon die Teilnehmer regen Gebrauch machten. Der Abend wurde lang, schließlich hatte man sich viel zu erzählen...
Am Samstagmorgen ging es dann nach dem Frühstück in den Tagungsraum, wo zunächst die Themen vom Vorjahr und deren Umsetzung besprochen wurden. Hierzu zählte unter anderem, dass die neue Jiu Jitsu Prüfungsordnung des Deutschen Jiu Jitsu Bundes nun in den Druck geht und mit einer Übergangsfrist von einem Jahr in Kraft tritt.
Es folgten die diesjährigen Seminarthemen, die dieses Jahr mit einem praktischen Teil begonnen. Unter der fachkundigen Leitung des diesjährigen Gastreferenten Thomas Preston übten sich die Seminarteilnehmer in der Kunst des traditionellen japanischen Schwertkampfes. Thomas Preston (5. Dan Kendo, 3. Dan Iaido), der lange in Japan gelebt und Japanologie studiert hat, unterrichtet unter anderem die Kampfkünste Kendo, Iaido, Karate, Chodo, Tanto und Wakizashi.

Es wurden in dieser ersten Trainingseinheit verschiedene Bewegungsfolgen mit dem Bokuto (Holzschwert) geübt. Thomas Preston referierte über die verschiedenen Grundstellungen und die sich aus diesen ergebenen Schnitte und Stöße mit dem Schwert. Er erklärte, dass ein Schwertkampf für gewöhnlich nur wenige Augenblicke dauert, da das Schwert eine tödliche Waffe ist. Nach dem Mittagsessen folgten weitere theoretische Seminarthemen, die sich dieses Jahr zunächst ausführlich mit den kommenden 20. Internationalen Meisterschaften der United Nations of Ju Jutsu (UNJJ) am 26. bis 28.08.2011 in New York beschäftigten.
Viele Detailfragen konnten abschließend geklärt werden. Es referierte alsdann Volker Schwarz über das Thema: Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft. Im Mittelpunkt des Vortrags stand die generelle Frage, in welcher Form der Schutz von Kindern und Jugendlichen – welche die Zukunft nicht nur im Budo, sondern die der Menschheit selbst sind – in der Gesellschaft unterstützt werden kann.
Den nächsten Vortrag hielt der Gastreferent Thomas Preston. Er sprach ausführlich über die Samurai und deren Ehrenkodex Bushido. Erläutert wurde nicht nur die Frage der religiösen Einflüsse aus dem Shinto, Zen-Buddhismus und Konfuzianismus, sondern auch die geschichtliche Entwicklung der Samurai in Japan wurde spannend dargestellt. In den Stunden vor dem Abendessen ging es noch einmal auf die Matte. Dieter Lösgen (10. Dan Jiu Jitsu) zeigte, dass allein eine Abwehrtechnik in verschiedener Variation auf eine Vielzahl von verschiedenen Angriffen anwendbar sein kann.

       

Oft mussten nur Nuancen variiert werden, um einen vollkommen anderen Angriff abzuwehren. Der Sonntagmorgen begann nach dem Frühstück mit dem Thema: Vorstufe zur KID für Jungdanträger. Referent Denis Heinrich beleuchtete das Verfahren der Aufnahme von Anwärter in die KID und stellte dies hinsichtlich einer fortlaufenden Optimierung und Weiterentwicklung aus verschiedenen Blickwinkeln dar. Der Abschluss des praktischen Seminarteils unter der Leitung von Thomas Preston befasste sich wiederum mit dem traditionellen japanischen Schwertkampf.
In Partnerübungen wurden verschiedene Techniken erlernt, die sich mit der Überwindung eines ebenfalls mit dem Schwert bewaffneten Gegenübers beschäftigten. Aus der Grundstellung heraus wurde die Distanz zum Partner überwunden und dieser mittels eines Wurfes oder eine Hebeltechnik geworfen oder entwaffnet. Nach dem abschließenden gemeinsamen Mittagsessen, fuhren alle Teilnehmer mit vielen neuen Ideen und der Gewissheit, etwas Bleibendes für die KID und das Jiu Jitsu getan und gelernt zu haben nach Hause, denn „Man soll unersättlich im Lernen und unermüdlich im Lehren sein.“ – Konfuzius.

Text: Andreas Dolny, Volker Schwarz
Bilder: DJJB