Lehrgang in Hagen: 'Gefasste Angriffe' die Zweite

Innerhalb von drei Monaten hieß es erneut: 'Gefasste Angriffe' beim ETV Yaware in Hagen-Hohenlimburg, dieses Mal richtete sich der Lehrgang an die Gelb- bis Grüngurte. Gemäß dem Motto: „Die Wiederholung ist die Mutter der Bemühungen…“ („repetitio mater studiorum est“) wurde hier ein noch vor kurzem behandeltes – wichtiges – Lehrgangsthema erneut aufgegriffen.
Bei herrlichem Winterwetter hatten sich die angereisten Teilnehmer in der altehrwürdigen Halle des ETV Yaware in Hagen-Hohenlimburg eingefunden. Da es am Vortag eine Feier einer anderen Sektion des Vereins gegeben hatte, blieb für eine Schrecksekunde unklar, ob der Lehrgang überhaupt stattfinden konnte.
Man soll eben immer das Unerwartete erwarten, kam aber schnell überein, dass die Halle genug Platz für gleichzeitiges Training und Aufräumarbeiten bot. Nach kurzem Aufwärmen wurden die Teilnehmer von Lehrgangsleiter Carsten Kruhs (4. Dan Jiu Jitsu, Bujindo Mülheim) in die Abwehrtechniken gegen gefasste Angriffe eingewiesen. Abwehr gegen Reversgriffe beidseits sowie Ärmel- und Reversgriffe mit Schwinger standen im Mittelpunkt der ersten Lehrgangsphase. Anschließend wurde die Befreiung aus doppelseitigen Handgelenksgriffen (zwei Varianten von vorn, eine von hinten) trainiert.

  

Zuletzt folgten Techniken gegen Würgeangriffe von vorn und von der Seite. Alle Themen wurden jeweils in Dreiergruppen noch einmal rekapituliert, wobei jeder Teilnehmer gegen die anderen beiden im Wechsel verteidigte. Großen Wert legte Carsten auf den Eigenschutz, bei Angriffen von vorn wurden die Teilnehmer immer wieder an den Schutz des Unterleibes durch Achsendrehung erinnert. Außerdem wurde die Technik der Handgelenksbefreiung intensiv geübt.
Da Körperangriffe in der Regel von körperlich überlegenen Angreifern ausgeführt werden, die sich sicher fühlen, ist die saubere Technik zur Befreiung unerlässlich. Körperlicher Einsatz und geistige Aufnahmefähigkeit waren während aller Phasen des Lehrgangs gefordert und die Lehrgangsteilnehmer gingen an ihre Reserven. Obwohl nach der siebten Technik vorsichtig die Frage ´geflüstert´ wurde, wie viele wohl noch folgen würden, war die Zeit dann doch schnell um.
Am Ende des Trainings stand eine Tempo-Einheit, bei der noch einmal alle Techniken, glücklicherweise in der zuvor gelehrten Reihenfolge, wiederholt wurden. Nach dem Gruppenfoto wurden die Teilnehmer in den Wintertag entlassen, der auch am Nachmittag so schön blieb, wie er es morgens versprochen hatte. Diese gern erwartete ´Wiederholung´ des schönen Wetters nahmen alle gern mit nach Haus…

Text: Peter Merguet
Bilder: Bernd Kampmann