Deutscher Jiu Jitsu Bund

Jiu Jitsu ist eine Kampfkunst, in welcher der effektive und wirkungsvolle Weg der Selbstverteidigung gelehrt wird – wie es sich auch im Motto des Deutschen Jiu Jitsu Bundes Effektive Selbstverteidigung und traditionelle Werte manifestiert.
Wer im DJJB als Kind oder Jugendlicher Jiu Jitsu übt, kann sich dessen sicher sein, dass der Spagat zwischen Effektivität des Jiu Jitsu und den alters- und entwicklungspsychologischen Bedürfnissen und Interessen angestrebt wird. Jiu Jitsu für Kinder und Jugendliche befindet sich folglich in einem Dilemma, welches nur im Laufe der (Lebens)Zeit des Kindes bzw. des Jugendlichen aufgelöst werden kann. Wenn man also von einer Idealentwicklung des Jiu-Jitsuka vom Kind zum "alten Meister" ausgeht, dann fängt alles mit der großen Bewegungsfreude von Kindern und Jugendlichen an, die sich miteinander beschäftigen und messen wollen. Aber nach Regeln. Der Entwicklungswille des Jugendlichen mit der Suche nach Identität ("Wer bin ich als Ich" und "Wer bin ich als "Kämpfer"?) beschäftigt die Lehrenden, bis die jungen Jiu-Jitsuka in das Erwachsenenalter eintreten und zunehmend gefestigte Persönlichkeiten darstellen.
Die Förderung des Jiu-Jitsuka mit seiner Persönlichkeit und seinem Charakter ist traditionsgemäß ein großes Ziel im Jiu Jitsu. Denn Stärke und Fähigkeiten benötigen (Selbst)Kontrolle. Es ist die Aufgabe des DJJB, wichtige technische und pädagogische (budo-pädagogische) Impulse in das Training und die Lehre zu geben. Daher werden in regelmäßigen Abständen Lehrgänge für Kinder und Lehrgänge für Jugendliche veranstaltet. Der Jugendlehrwart (André Rasche, 4. Dan Jiu Jitsu) nahm am Samstag, den 9. November 2019, im Rahmen des Jugend-Lehrgangs beim TVG Essen-Steele für alle Kyu-Grade von 12 bis 17 Jahren und am 10. November 2019 (Lehrgang für Kinder aller Kyu-Grade bis 12 Jahre) beim TuS Arloff-Kirspenich die Gelegenheit wahr und stellte die Themen Abwehrtechniken gegen gefasste Angriffe in den Mittelpunkt.
 

Hierbei wurde an beiden Lehrgangstagen eng am Horizont der Kinder und Jugendlichen trainiert und geübt, wobei Aspekte des Sports, der gesunden Bewegung und die des Jiu Jitsus als Kampfkunst und Selbstverteidigung in den Fokus rückten, kurzum: Sport, Spiel und Spaß gepaart mit Konzentration und Disziplin. Die Kinder und Jugendlichen konnten viel lernen, schließlich ging es nach dem Aufwärmtraining und der Fallschule auf einen Streifzug, welcher Techniken im Stand: Blocken, Schlagen, Treten und Würfe (Gleichgewicht) mit sich zog.
André Rasche und sein Team konnten die zahlreichen Lehrgangsteilnehmer an beiden Tagen durch das interessante Programm ebenfalls in den Bann ziehen. Zwischendurch gab es auch immer wieder eine kurze Pause mit Möglichkeit zum Mondo, denn die Entwicklung der eigenen Kraft und des Selbstvertrauen darf nicht ohne die Notwendigkeit des Respekts vor dem Anderen, der eigenen Disziplin und der Selbstkontrolle betrachtet werden.
Jeder Jiu-Jitsuka (Budoka) ist als Individuum Teil einer Gemeinschaft und Teil der Gesellschaft – auf- und abseits der Matte. Somit ist jeder Kinderlehrgang und jeder Jugendlehrgang auch eine Investition in die Zukunft des Jiu-Jitsuka, der wie ein Baum gesund, gerade und zum Licht hin wachsen soll. Kinder und Jugendliche habe eine sehr große Auffassungsgabe und benötigen Transparenz, Orientierung, sinnvolle Beschäftigung und (erwachsene) Vorbilder. Erwachsene profitieren von der Offenheit, Spontaneität und Geschmeidigkeit von Kindern und Jugendlichen; sie zeigen uns (Erwachsenen), dass auch von ihnen (im Sinnes des Sinnspruches: Weil der Bambus geschmeidig ist…) wertvolle Impulse an die gefestigten und verfestigten Erwachsenen gehen können. Die tiefe Ruhe ist die Bewegung in sich selbst. (Laotse)
 

Text: Andreas Dolny & Volker Schwarz
Bilder: André Rasche