Deutscher Jiu Jitsu Bund

Am Sonntag, 12. Juli 2026, fanden im Dojo des TSV Viktoria 1898 Mülheim an der Ruhr wieder Prüfungen im Jiu Jitsu statt. Die Prüfungen wurden an diesem Tag an zwei Prüfertischen durchgeführt: An Tisch 1 saßen neben Cheflehrerin Tanja Behning (2. Dan Jiu Jitsu) Sascha Berndsen (4. Dan Jiu Jitsu, Bushido Mülheim e.V.) und Joshua Krieger (1. Dan Jiu Jitsu, Beisitzer). An Tisch 2 prüften Volker Schwarz (4. Dan Jiu Jitsu), Andreas Dolny (3. Dan Jiu Jitsu) und Samuel Krieger (1. Kyu Jiu Jitsu, Beisitzer). Joshua und Samuel haben übrigens im Rahmen der Dan-Prüfungen am 14. Juni 2026, welche im Dojo des Bujindo Mülheim stattfanden, erfolgreich ihre Prüfungen zum 1. Dan Jiu Jitsu bzw. zum 1. Kyu Jiu Jitsu abgelegt.

Mülheim an der Ruhr ist seit mehr als einem halben Jahrhundert ein Ort, an dem erfolgreich Jiu Jitsu gelehrt, gelernt und weiterentwickelt wird. Die Mülheimer Vereine des DJJB stehen in dieser Tradition. Für die drei Mülheimer Vereine des DJJB (Bujindo, Bushido und TSV Viktoria) gibt es seit vielen Jahrzehnten auch eine Tradition der Zusammenarbeit, welche mittlerweile Herzenssache geworden ist. Durch die räumliche Nähe und die gemeinsame Vergangenheit sowie gelebte Kooperationen, welche sich auch in gemeinsamem Training auf einer Matte ausdrücken können, unterstützen sich die drei Vereine zum Wohle ihrer Jiu Jitsuka.
Die enge und sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den drei Mülheimer Vereinen des DJJB spiegelt sich auch in der Zusammenarbeit bei Mon- und Kyu-Prüfungen wider. Es ist im DJJB üblich, dass Prüferinnen und Prüfer mit gültiger Prüferlizenz aus anderen Vereinen des DJJB eingeladen werden: Tanja hatte im Vorfeld Sascha, Volker und Andreas eingeladen, um die anstehenden Prüfungen im Jiu Jitsu durchzuführen; diesem sind wir wie auch in den Jahren zuvor sehr gerne nachgekommen. Es zeigte sich wieder einmal, dass es gut ist, sich gegenseitig zu unterstützen, schließlich sind Prüfungen das Ergebnis einer längeren Vorbereitung, in der am Prüfungstag das Gelernte und Verinnerlichte präsentiert werden muss. Dabei gibt es auch Parallelen zum Alltag, denn auch im Alltag ist die beste Vorbereitung letztendlich nur so gut wie die tatsächliche Umsetzung in der realen Umgebung.
 

Was bei der Prüfung die Bestandteile des Prüfungsprogramms sein können, kann in der realen Selbstverteidigungssituation die Abwehrbewegung als Reaktion auf einen Angriff sein. Bei Meisterschaften sind es oft Kleinigkeiten – oder die Summe derselben – , die über Medaillen entscheiden, und auch die Kata des DJJB stecken voller Details, die es wert sind, bis ins Kleinste erlernt zu werden. – Zuschauer und Eltern fragen sich möglicherweise oft, was man als Prüferin oder Prüfer angesichts einer Prüfung alles so aufschreiben kann. Die Antwort ist einfach: Man hält fest, in welchem Notenspektrum eine Leistung liegen kann und notiert, was man einem Mon- oder Kyu-Grad im Jiu Jitsu in der später folgenden Besprechung (Mondo) mit auf den Weg geben kann. Beim Mondo geht es um mehr als ein Gespräch. Es gilt auch, die Dynamik der Prüfung für alle einzuordnen und zu einer konstruktiv-kritischen Einordnung der Einzelleistungen und der Gesamtleistung zu gelangen. Wenn alle Prüfungsbestandteile absolviert wurden, setzt sich das Prüfungskomitee zu einer abschließenden Festlegung der Prüfungsnote zusammen und begründet diese.
 

Was man auf allen Matten des DJJB hören kann, sind die Ermunterungen der Prüferinnen und Prüfer, bei einer "verpatzten" Technik auf jeden Fall mit der Technik fortzufahren und zu improvisieren. Ein in dieser Situation gestärkter Jiu Jitsuka lernt, innere Blockaden bei Veränderungen bis auf null abzubauen und Veränderungen mittels technischer Umwege – so sie mit dem im DJJB gelehrten Repertoire an Techniken und deren innerer Logik übereinstimmen – anzunehmen und kreativ umzusetzen. Und so ist es immer wieder eine große Freude, wenn man als Gastprüfer auf eine Gruppe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen trifft, die über einen langen Zeitraum für ihre Prüfung gelernt haben und ihre Prüfung mit Erfolg präsentieren und absolvieren können. Und irgendwie stellt man dann nach getaner Arbeit wieder fest, dass wir alle – ob Dan-, Mon- oder Kyu-Grad – in einem Boot sitzen bzw. auf einer Matte stehen. Man ist als Dan-Grad oder Trainerin oder Trainer einfach ein paar Jahre länger dabei, kennt sich untereinander von Lehrgängen, Meisterschaften oder KID-Seminaren und hat gelernt, dass Vertrauen guttut.
 

Diese langjährige gute Zusammenarbeit bildet das Fundament dafür, dass es möglich war, die drei Mülheimer Traditionsvereine mit der Ausrichtung der 14. Deutschen Meisterschaften des DJJB im Jahre 2028 zu betrauen. Die drei Mülheimer Vereine waren bereits im Jahre 2016 erfolgreich an der Planung und Umsetzung der 10. Deutschen Meisterschaften im Jiu Jitsu beteiligt und können somit auf gute Erfahrungen aufbauen. Mit der gleichen Verbundenheit und Leidenschaft, die seit vielen Jahren die vereinsübergreifenden Prüfungen möglich machen, schauen die Mülheimer Vereine des DJJB nach gemeinsamer Planung auch der nächsten sportlichen Großveranstaltung im Jiu Jitsu entgegen und laden herzlich am 2. und 3. Dezember zur DM 2028 nach Mülheim an der Ruhr ein. Wir gratulieren allen Prüflingen zur bestandenen Prüfung im Jiu Jitsu und freuen uns über den hohen Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler im Verein, der deutlich macht, dass individuelle Leistung, Betreuung durch das Lehrerteam unter der Leitung von Cheflehrerin Tanja Behning und die Einbettung in den DJJB und die KID Garanten für den Erfolg auf der Matte sind. Wir bedanken uns für die Einladung zur Prüfung und wünschen allen alles Gute auf dem weiteren Weg.

Text: Andreas Dolny & Volker Schwarz
Bilder: Tanja Behning