Deutscher Jiu Jitsu Bund

Was treibt Menschen am letzten Samstag vor den Sommerferien bei sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad Celsius in eine Sporthalle? Es muss angesichts der Temperaturen und Anstrengungen, die zu erwarten sind, etwas Besonderes sein, das man auch am besten vor den Sommerferien, vor dem Urlaub oder vor einer Phase der Ruhe bewältigt… Es ist auch bekannt unter dem Namen Prüfung, genauer: Mon- oder Kyu-Prüfung im Jiu Jitsu.

Während die zweimal im Jahr durchgeführten Dan-Prüfungen des Deutschen Jiu Jitsu Bundes – bei welchen Maria Pohl und Stefan Bluhmki erfolgreich ihre Prüfung zum 1. Kyu Jiu Jitsu (Braungurt mit III. Streifen) absolvierten – schon am 14. Juni 2026 in Mülheim an der Ruhr im Dojo des Bujindo Mülheim durchgeführt wurden, fanden beim TVG Steele 1863 e.V. die diesjährigen Mon- und Kyu-Prüfungen am Samstag, dem 11. Juli 2026 statt. Prüfertisch 1 war mit Cheflehrer Sven Harder (2. Dan Jiu Jitsu) und Volker Schwarz (4. Dan Jiu Jitsu) besetzt, und an Tisch 2 hatten sich Andreas Dolny (3. Dan Jiu Jitsu) und Matthias König (1. Dan Jiu Jitsu) eingefunden.
An diesem Prüfungstag konnten die Anwesenden Prüfungen für den 4. Kyu Jiu Jitsu bis zum 7. Mon Jiu Jitsu beiwohnen. – Jiu Jitsu ist in seinen Erscheinungsformen Kampfkunst, Kampfsport und Selbstverteidigung sehr vielfältig. Betrachtet man die Ebene der Selbstverteidigung, so ist festzustellen, dass sich die Vielfalt der Angriffe in den realistischen Abwehrtechniken widerspiegelt. Im Bereich des Kampfsportes stehen die sportlichen Elemente des Jiu Jitsus im Vordergrund, während weitere wichtige technische und gedankliche Grundlagen Jiu Jitsu als Weg anbahnen. Dieser Weg ist auch als Do bekannt und stammt wie das Jiu Jitsu aus Japan.
 

Der Weg bzw. das Do hat eine innere und eine äußere Erscheinungsform. Die äußere tritt durch konsequentes und beharrliches Üben in Erscheinung, die innere hingegen durch die positive Entwicklung des Charakters, durch Haltung und die Etablierung einer inneren Kraft, die aus traditionell überlieferten und individuellen Werten gespeist wird. Wann ein Mensch – ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener – sich buchstäblich auf den Weg zur Entdeckung des Budo-Inneren macht, bleibt jedem selbst überlassen. Im Deutschen Jiu Jitsu Bund wird über die Ausbildung der Dan-Träger und Prüfer sehr großer Wert auf die Vermittlung eines verpflichtenden Minimalkonsenses in Bezug auf die Charakter- und Persönlichkeitsbildung einerseits und die Selbstkontrolle und Einhaltung von Regeln andererseits gelegt. Dieser Minimalkonsens wird über die Lehrer im Verein weiter ausgestaltet und wirkt über die Lehrer und Trainer, welche für Jung und Alt eine Vorbildfunktion haben, auf die Übenden ein. Alles, was im Verein und beim Training geschieht, ist von der Beziehung von Lehrenden und Lernenden geprägt, wobei die Lehrer und Trainer auch immer wieder von den Unterrichteten lernen.
Dieser ewige Zyklus garantiert das Leben im Verein. Beim normalen Training ist dies daran zu erkennen, wie die Jiu Jitsuka auf der Matte miteinander umgehen. Gegenseitiger Respekt und die Achtung voreinander stehen immer im Vordergrund, dies garantiert die Dojo-Etikette. Mit der Verneigung beim Betreten der Halle stimme ich mich geistig auf die Zeit des Übens ein und stimme gleichzeitig den hier geltenden Regeln freiwillig zu.
Beim An- und Abgrüßen vertiefen wir gemeinsam diesen Gedanken. Beim gegenseitigen Verneigen vor dem Beginn des Übens (z. B. bei Übungen mit dem Partner) begeben wir uns – auch bei unterschiedlichem Alter, Tagesform, Leistungsstand, Körperkraft, Geschlecht etc.) auf Augenhöhe und üben. Ist jemand neu auf der Matte, so wird er von der Gemeinschaft der Übenden behutsam in das Training eingeführt. Von Training zu Training wird immer mehr beherrscht, bis irgendwann für ein Prüfungsprogramm geübt werden kann. Die Vielfalt auf der Matte spiegelt sich auch in der Vielfalt der Menschen mit unterschiedlichen Gürtelfarben und der Geschichte wider. Es wird in der gesamten Geschichte der Budo-Kampfkünste wohl nicht zwei gleiche Prüfungen geben, denn hinter den Prüflingen stehen immer Individuen mit individuellen Leistungen, Potenzialen, Fähigkeiten und Kompetenzen.
 

Prüfungen sind auch für die Prüfer immer eine herausfordernde Angelegenheit, schließlich geht es um die Bewertung und Benotung von Leistungen, hinter denen immer ein Mensch steht. An diesem Samstag haben wir uns wieder über die Leistungen der Jiu Jitsuka des TVG Steele 1863 e.V. gefreut, denn wir konnten wahrnehmen, dass eine durchgehend positive Haltung vorherrschend war. Dies konnte man an dem respektvollen Umgang miteinander sehen, aber auch an der Motivation die eigene Prüfung zu bestehen. Besonders für Kinder und Jugendliche sind Prüfungen oft ein (zu überwindendes) Hindernis. Je mehr Prüfungen man erfolgreich im Jiu Jitsu absolviert, desto routinierter wird man – auch im Umgang mit schulischen oder beruflichen Prüfungssituationen.
Apropos Erfolg: Bei allem Fortschritt ist auch die Frage zu stellen, wem man den Erfolg zu verdanken hat! Den ersten Schritt auf die Matte macht man selbst, doch dann folgt ein Lehr- und Lernprozess, welcher maßgeblich von den Lehrern und Trainern auf der Matte bestimmt wird. Im Rahmen dieser Ordnung und dieser Hierarchie ist die Weitergabe und Pflege des Wissens möglich. Auf Fragen folgen Antworten. Bewegungen werden gelernt, geübt und wiederholt; es gibt Fehler, aus denen man sofort oder später lernt. Es gibt unterschiedliche Geschwindigkeiten beim Lernen, aber alle üben auf einer Matte.
 

Als besonderen Ausdruck der Wertschätzung für die Leistungen der Lehrer und Trainer wurde aus den Reihen der Prüflinge geäußert, wie sehr sie sich in der Prüfungsvorbereitung und beim Training von den Lehrern und Trainer getragen gesehen haben, was letztendlich maßgeblich zum Erfolg bei den Prüfungen geführt habe. Diesem ist kaum mehr etwas hinzuzufügen, außer vielleicht der bekannte Satz: „Es haben bestanden…“

Wir gratulieren zur bestandenen Prüfung:
  • Pascal Hanke zum 4. Kyu Jiu Jitsu
  • Uwe Soodmann zum 6. Kyu Jiu Jitsu
  • Lea Strobel zum 6. Kyu Jiu Jitsu
  • Dominic Busse zum 7. Kyu Jiu Jitsu
  • Valentin Heinrich zum 7. Kyu Jiu Jitsu
  • Jonas Husemann zum 7. Kyu Jiu Jitsu
  • Hanna Karaiskas zum 7. Kyu Jiu Jitsu
  • Maya Schneider zum 7. Kyu Jiu Jitsu
  • Laura-Sophie Steingen zum 7. Kyu Jiu Jitsu
  • Mia-Marie Greiser zum 8. Kyu Jiu Jitsu
  • Tymur Khudynets zum 8. Kyu Jiu Jitsu
  • Anton Shapovalov zum 8. Kyu Jiu Jitsu
  • Hind Ahram Bouker zum 5. Mon Jiu Jitsu
  • Sofia Din zum 5. Mon Jiu Jitsu
  • Mathilda Kempa zum 5. Mon Jiu Jitsu
  • Margarete Susanne Baun zum 6. Mon Jiu Jitsu
  • Milan Busse zum 6. Mon Jiu Jitsu
  • Simon von den Driesch zum 6. Mon Jiu Jitsu
  • Mavel Hofmeister zum 6. Mon Jiu Jitsu
  • Zlata Khudynets zum 6. Mon Jiu Jitsu
  • Aurelia Montanino zum 6. Mon Jiu Jitsu
  • Lisa-Marie Strobel zum 6. Mon Jiu Jitsu
  • Mia Sophie Böttcher zum 7. Mon Jiu Jitsu
  • Leon Busse zum 7. Mon Jiu Jitsu
  • Theo Gau zum 7. Mon Jiu Jitsu
  • Marie Gau zum 7. Mon Jiu Jitsu
  • Henrik Hagedorn zum 7. Mon Jiu Jitsu
  • Leon Honstein zum 7. Mon Jiu Jitsu
  • Henriette Kempa zum 7. Mon Jiu Jitsu
  • Anna Köppen zum 7. Mon Jiu Jitsu
  • Olivia O Semen Odia zum 7. Mon Jiu Jitsu
  • Marie-Jolene Pantel zum 7. Mon Jiu Jitsu
  • Sam Leon Posdziech zum 7. Mon Jiu Jitsu
  • Constantin Rudolph zum 7. Mon Jiu Jitsu
  • Florian Schumann zum 7. Mon Jiu Jitsu
  • Oliver Smilowski zum 7. Mon Jiu Jitsu
  • Samuel Tebeck zum 7. Mon Jiu Jitsu
  • Maxim Tenti zum 7. Mon Jiu Jitsu
Wir freuen uns über den hohen Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler im Verein, der deutlich macht, dass individuelle Leistung, Betreuung durch das Lehrerteam unter der Leitung von Cheflehrer Sven Harder und die Einbettung in den DJJB und die KID Garanten für den Erfolg auf der Matte sind. Wir bedanken uns für die Einladung zur Prüfung und wünschen allen alles Gute auf dem weiteren Weg. Wo kein Do ist, ist jeder Weg zu Ende. (Hans Gert Niederstein)

Text: Volker Schwarz & Andreas Dolny
Bilder: Sven Harder, Matthias König und Maria Pohl