Deutscher Jiu Jitsu Bund

Am Samstag, dem 5.09.2026, fand im Dojo des PSV Krefeld der erste Kyu-Lehrgang nach der Sommerpause statt. Als Dozent war Frank Reichtelt (6. Dan, Doshinkai Oberhausen) geladen. Der Lehrgang fand unter der Überschrift „Abwehr gegen Messer und Kurzstock“ statt. Als Hauptadressaten galten Jiukas des 8. – 6. Kyus.
Nach einem kurzen Aufwärmen und Fallübungen führte Frank in der ersten Einheit die Gruppe in die Grundlagen der Kurzstockabwehr ein. Hierzu wurden vorerst die Gefahren eines Angriffes mit dem Stock erörtert, um dann im weiteren Verlauf die Abwehrtechniken aus verschiedenen Winkeln zu trainieren und zu festigen.
 

Ein wesentlicher Aspekt war dabei das Thema Reichweite. Um den Aggressor unschädlich machen zu können, muss die Distanz zum Angreifer mit einer schnellen und beherzten Reaktion überbrückt werden. In der zweiten Einheit des Lehrgangs wurde die Abwehr gegen Messerangriffe trainiert. Als Faustformel galt auch hier einer der Grundsätze des Jiu Jitsus „Siegen durch Nachgeben“, was in der Praxis bedeutet „Wegrennen, statt Konfrontation“. Für den, nicht immer vermeidbaren, letzteren Fall, gab Frank der Gruppe ein umfassendes Repertoire an Möglichkeiten zur Selbstverteidigung mit.
 

Da es sich bei einem Messerangriff um eine lebensbedrohliche Attacke handelt, gilt in diesem Fall der Notwehrparagraph (StGB, §32, Abs.1+2). Unter der Prämisse der Verhältnismäßigkeit wurden hier die Techniken zur Messerabwehr trainiert und verfeinert. Neben der präzisen Ausführung der Techniken legte Frank besonderen Wert auf die Etikette des Verbandes und unterrichtet die angehenden Jiuka in Bezug auf Körperhaltung, Fußstellungen und Verhaltensweisen im Dojo.
Nach drei Stunden geistiger und körperlicher Anstrengung fand der Lehrgang sein Ende. Trotz schweißtreibender Arbeit zeigten sich alle Teilnehmer glücklich mit dem neu Gelernten und gut gerüstet für ihren weiteren Weg im Jiu Jitsu.
 

Text: Stefan Bluhmki
Bilder: DJJB